Kölner Stadt-Anzeiger (08.12.2009)
| Tanzen im Quadrat in Quadrath (von Anja Musick, 07.12.09) Die Square-Dance-Gruppe „Archway Happy Hoppers“ aus Bergheim hat zum jährlichen „Special“ eingeladen. Ihr Stargast war am Samstag der Caller Robert Milestad aus Schweden, der den Tänzern ihre Anweisungen zugerufen hat. |
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![]() Fliegende Röcke und gut gelaunte Tänzerinnen und Tänzer gab es in der Bürgerhalle in Quadrath-Ichendorf zu sehen. (Bild: Musick) |
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„Pass to the center, spin chain thru, tag the line, spin the top, dosados, circle to a line ...“
was sich für den Nichteingeweihten wie eine Geheimsprache anhört, können die Tänzer in der Bürgerhalle in Quadrath-Ichendorf sofort umsetzen. Ingeborg Körber-Lücker spricht die melodischen Befehle durchs Mikrofon. Dabei passt sie ihren Sprachrhythmus der folkloristischen Musik vom Band an. Viele Dutzend Tänzer bewegen sich auf ihr Geheiß. Pettycoat-Röcke fliegen, Gürtelschnallen glitzern, Zöpfe wippen, Cowboystiefel klappern auf dem Parkett. Immer vier Tanzpaare bilden kleine Einheiten, wechseln die Partner, drehen sich in der Mitte, formieren sich immer wieder neu im so genannten Square, der quadratischen Tanzfläche, in der sich die vom „Caller“ diktierte Choreografie abspielt. Der aus den USA importierte Square Dance hat daher seinen Namen. Berühmter Schwede Die Square-Dance-Gruppe „Archway Happy Hoppers“ aus Bergheim hat zum jährlichen „Special“ geladen, das an jedem ersten Samstag im Dezember stattfindet. Zur Erinnerung an das Gründungsdatum. Und das nun schon seit zehn Jahren. Über 100 Gäste aus 27 Sqare-Dance-Clubs sind gekommen, viele aus Süddeutschland. Körber-Lücker, die erfahrene Callerin der Archway-Happy-Hoppers, gibt das Mikrofon ab. Robert Milestad aus Schweden ist nun an der Reihe. Der berühmte Caller ist erst 30 Jahre alt, aber schon ein Star in den Square-Dance-Kreisen Europas. Er sei charismatisch, kreativ, begabt und schaffe es spielend, den Funken zwischen Caller und Tänzern überspringen zu lassen, heißt es. Die 69 Tanzfiguren, die die Basisstufe des Square Dances, den Mainstream, ausmache, könne man leicht lernen. Auf die Fähigkeiten der Tänzer einzugehen, die Stimmung im Publikum wahrzunehmen, aus dem Stehgreif zu organisieren, Schwächen der Tänzer mit schnellen Kurswechseln zu überspielen und dabei noch den Spaß niemals enden zu lassen - das sei schon eine Kunst, findet Bernd Körber, Präsident des Bergheimer Vereins. Und diese Kunst gelingt dem Schweden auch in Bergheim wieder. Der Tanz habe sich in den Vereinigten Staaten entwickelt, informiert Körber. Die Siedler aus Europa hätten ihre Volkstänze mitgebracht, alles habe sich dann im Square Dance vermischt. Damit nicht alles drunter und drüber ging, hat der Caller für Ordnung gesorgt. Nach dem Zweiten Weltkrieg sei das Tanz-System mit den Soldaten wieder nach Europa gekommen. Mittlerweile hat sich der Square Dance zu einer beliebten Freizeitbeschäftigung entwickelt. Neben der Beweglichkeit sei auch der Kopf bei der schnellen Umsetzung der Tanzbefehle gefordert, erklärt Franz Schmitz. Das halte fit. Zudem sei es wunderbar, sich überall auf der Welt mit anderen Square Dancern sofort verständigen zu können, da die Figuren überall gleich getanzt würden. |
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